Sprachen lernen mit Apps

Ich liebe Sprachen und möchte am liebsten alle lernen! Die Faszination in eine neue Welt bzw. Sprache einzutauchen, ist für mich fast berauschend. Ich höre die ersten ungewöhnlichen Laute und Wörter, versuche neue Schriftsysteme zu verstehen und so vieles mehr! Dieses Gefühl nutzt sich nicht ab, denn bei so vielen Sprachen auf der Welt, kann ich theoretisch jede Woche eine neue Sprache anfangen zu lernen und wäre erst in knapp 130 Jahren fertig.

Sind wir mal realistisch: Das wird nix! Aber trotzdem ist mein Hunger nach neuem Spracheninput gewaltig. Und weil ich keine Zeit für Sprachkurse in diesem Umfang habe, sind Sprachlern-Apps eine guter Zeitvertreib.

In den letzten Jahren sind unzählige dieser Apps aufgetaucht und bieten verschiedene Sprachen und Sprachlernmethoden an. Ich lerne ja gerne kleine Sprachen, was die Auswahl der Apps sehr begrenzt. Die Apps arbeiten mit verschiedenen Konzepten, für jeden ist etwas passendes dabei.

Und neben all diesen Vorteilen, die diese Apps bieten, gibt es auch viel Kritik. Die ist begründet und sollte gegen die Vorteile abgewogen werden.

Erstmal überwiegen , für mich persönlich, die Vorteile, denn ich kann in viele Sprachen reinschnuppern oder ein paar Wörter und Phrasen lernen, ohne gleich einen ganzen Kurs zu buchen. Die Hemmschwelle ist sehr niedrig und motiviert einfach mal loszulegen. Die Auswahl an Sprachen, die viele Menschen lernen möchten, ist groß. Die großen Apps bieten Englisch, Spanisch, Italienisch oder Japanisch an, deren Prestige hoch ist. Gerade für Menschen, die nur ein wenig lernen wollen, z.B. Begrüßungsformen, sind Apps ein sinnvolle Sache.

Das Lernen bleibt flexibel, unabhängig vom Ort und Tageszeit. Man kann jederzeit lernen, vorausgesetzt der Akku und das Netz machen mit. Zu Beginn fühlt sich das Lernen leicht und meist spielerisch an, was den Einstieg leicht macht. Auch die Handhabung der jeweiligen App ist intuitiv und ohne Erklärungen möglich. Jeder lernt soviel und so schnell wie es passt. Erste Erfolge stellen sich beim täglichen Lernen rasch ein.

Die meisten Apps kombinieren die Vermittlung aktiver und passiver Fähigkeiten und wiederholen die gelernten Inhalte regelmäßig, sodass sich eine Lernroutine einstellt.

Der größter Kritikpunkt ist der Mangel an natürlicher Kommunikation. Alle Kontexte und Lernsituationen sind konstruiert und sie entwickeln sich beim Lernen nicht weiter wie es z.B. eine Unterhaltung zwischen Lernenden und Lehrkraft im Kurs tun würde. In einer echten Situation würden Lernende Feedback, in unterschiedlichen Umfang, erhalten, die keine App leisten kann.

Je nach App ist der Aufbau der Lektionen immer gleich, der Fokus liegt auf dem Aufbau des Wortschatzes, der nicht individuell auf die Bedürfnisse der Lernenden angepasst werden kann. Das führt oft zur Demotivation, weil Langeweile aufkommt. Auch die Grammatik wird meist nur nebenbei eingeführt, oft ohne Erklärungen, was besonders Erwachsene beim Lernen stört. Besonders bei grammatischen Phänomenen, die es in der eigenen L1-Sprache nicht gibt, sind die Regeln nicht intuitiv ableitbar.

Für viele sind die Abhängigkeit von der Technik und die Kosten solcher Apps, kostenlose Versionen enthalten meist viel Werbung, die größten Nachteile. Ich selbst verbringe viel Zeit am Handy oder Computer und verstehe die Abneigung gegen noch mehr Bildschirmzeit. Die Kosten sind, meiner Meinung nach, kein Ausschlusskriterium. Allerdings fände ich das Geld in einem echten Sprachkurs besser angelegt. Doch die Entwicklung und Pflege solcher Apps ist nun mal kein Hobby, sondern der Broterwerb vieler Menschen.

Als (persönliches) Fazit lässt sich sagen, dass Sprachlern-Apps ein guter Einstieg sind und grundlegende Sprachkompetenzen vermittelt werden. Die ‚echte Sprache‘ können die Apps aber nicht vermitteln und werden bei längerem Lernen nur wenig Erfolg bringen. Kleine Sprachen sind kaum vertreten, daher sind die großen Apps für Lernende wie mich nur bedingt interessant.

Nutzt du Sprachlern-Apps? Erzähl von deinen Erfahrungen!

Triglaw – der dreiköpfige Gott

In der slawischen Götterwelt leben viele Gottheiten, mitunter unterschieden sie sich auch regional. Die Pomoranen, ein westslawisches Volk, verehrten zum Beispiel einen dreiköpfigen Gott: Triglaw.

Da die Pomoranen haben keine Aufzeichnungen über ihre Götter hinterlassen, also beziehen sich die Überlieferungen auf Erwähnungen anderer wie Mönchen auf Missionierungsreisen. Daher sind solche Beschreibungen mit Vorsicht zu genießen, weil sie oft abwertend formuliert wurden.

Während des Wendekreuzzuges zur Christianisierung der Slawen im 12. Jahrhundert wurden Kultplätze und Statuen der slawischen Götter zerstört,  was nicht für eine wohlwollende Dokumentation der heidnischen Kultur spricht. Auch nicht, dass die Schätze wie Silber- und Goldskulpturen etc. aus dem Tempel geraubt und wahrscheinlich nach Rom geschickt wurden, wo sich die Spur verliert. An den ehemaligen Kultorten wurden dann Kirchen gebaut.

Die Pomoranen lebten an der Ostseeküste, wahrscheinliche zwischen der Oder- und Weichselmündung im heutigen Polen. Dort lag auch das Zentrum der Triglaw-Verehrung, der wichtigste Tempel im heutigen Stettin, von den heute aber nichts mehr zu sehen ist. Auch andere kleinere Kultorte in Wollin und Brandenburg sind überliefert.

Der Name ‚Triglaw‘ beschreibt das Aussehen des Gottes ziemlich treffend: slawisch tri – drei und glaw- Kopf, also der Dreiköpfige. In verschiedenen Abbildungen und den wenigen (modernen) Skulpturen wird Triglaw immer mit drei Köpfen oder Gesichtern dargestellt. Seine Köpfe repräsentieren die Erde, den Himmel und die Unterwelt, was für einen sehr mächtigen Gott spricht. Interessant ist die Zahl Drei als wichtiges Element, was den slawischen Gott mit dem Christentum verbindet, auch wenn beides nichts miteinander zu tun hat.

Es wird beschrieben, dass die Statue von Triglaw meist verhüllt wurde und nur an bestimmten Tagen oder Ritualen seine Gestalt zeigte. Nähere Hintergründe sind spekulativ.

Als Krieggott wurde Triglaw nach den Schlachten ein Teil der Kriegsbeute geopfert, auch zur Erhaltung des Tempels waren Opfergaben nötig. Bis weit ins späte Mittelalter gab es Menschen, die trotz Christentum die alten Bräuche pflegten und Triglaw huldigten, was in einigen Quellen berichtet wird.

In Westpommern liegt das Dorf Trzygłów, wahrscheinlich nach Triglaw benannt, wofür auch die geografische Nähe spricht. Das Bild des Triglaw stammt aus dem Schloss im Ort.

Im slowenischen Raum gibt es heute noch einen Berg, der Triglaw genannt wird. Ob es etwas mit der Gottheit oder einfach mit der Form der Berges zu tun hat, ist nicht geklärt. Es kann bezweifelt werden, dass der Triglawkult bis über die Alpen gelangt ist.

Quellen

Grimal, Pierre. Mythen der Völker III. Fischer Bücherei. Hamburg 1963

Váňa, Zdeněk. Mythologie und Götterwelt der slawischen Völker, Stuttgart 1992

Bild: Von Bodow – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=64851128

Niedersorbisch erhalten – ein steiniger Weg

Es ist kein Geheimnis, dass mein Herz den slawischen Sprachen, insbesondere dem Niedersorbischen, gehört. Ich lerne die Sprache und versuche auch andere dafür zu begeistern. Das sehe ich als das wichtige Ziel meiner Arbeit als Linguistin und Slawistin.

Im Laufe der letzten Jahre habe ich viel über das Sorbische im Allgemeinen und ihr Dasein in mitten der deutschen Dominanz gelernt. Und zu Beginn war ich begeistert von den Möglichkeiten, die die beiden Sprachen und die Kultur der Lausitz bieten. Für mich war es eine (fast) neue Welt, die unweit meiner Heimatstadt Berlin liegt.

Begonnen hat es mit ein paar Onlinesprachkursen, zum Reinschnuppern. Ich hatte eigentlich nicht vor meinen Fokus derart stark auf das Niedersorbische zu richten. Doch ich fand soviel Gefallen daran, dass ich weiterlernte und im Studium nach Möglichkeiten suchte das Thema ‚Sorbisch‘ zu vertiefen. Schnell war klar, dass ich mein ‚Wirkungskreis‘ vergrößern muss, um wirklich etwas für diese Sprache zu tun.

Ein wichtiger Punkt ist die Vernetzung mit anderen Interessierten und Lerner*innen. Das ist in Berlin möglich, aber limitiert. Die sozialen Medien bieten da viel bessere Möglichkeiten und die Idee eines eigenen Instagram-Accounts nur für das Niedersorbische (niedersorbisch.lernen) war geboren. Der Anfang lief super, die Resonanz war groß. Nach und nach wurde das Netzwerk größer, neue Leute aus der Community kamen dazu, erste kleine Kooperationen entstanden und ich hatte das Gefühl auf dem richtigen Weg zu sein.

Aber kein Weg ist geradlinig! Meine Arbeit ist oft geprägt von persönlichen Zweifeln, ob mein Tun sinnvoll und nachhaltig ist. Immer wieder lese ich Artikel oder wissenschaftliche Beiträge, in denen das Dasein und die Zukunft des Niedersorbischen in Frage gestellt wird. Viele meinen oft, dass eine so kleine Sprache nicht (re)vitalisiert werden sollte, es würde nur Geld und Ressourcen verschwenden. Niemand braucht diese Sprache, es können ja alle Deutsch, heißt es oft! Solche Meinungen gibt es sogar aus der sorbischen Community!

Als Linguistin sehe ich den Verlust JEDER Sprache als Verlust von Kultur, Identität und Vielfalt. Gerade hier in Deutschland sind wir stolz auf sprachliche Diversität. Wir schützen unsere Minderheitensprachen, räumen ihnen Raum im öffentlichen Leben ein (zumindest teilweise) und geben uns offen. Und doch sehen sich die Sprecher*innen kleiner Sprachen wie dem Niedersorbischen einer deutschsprachigen Gesellschaft gegenüber, die den Wert der Sprache (noch) nicht erkennt.

Meine Motivation lässt kurzzeitig nach, wenn ich Argumente gegen die Arbeit für das Niedersorbische höre oder lese,  aber ich bin nicht gewillt den Miesepetern das Feld zu überlassen! Es gibt so viele Ideen von Menschen, die Lust haben sich für das Niedersorbische einzusetzen. Doch ich bin ehrlich: Es ist anstrengend und langwierig! Die Bürokratie ist das Eine, die Ignoranz vieler Menschen das Andere.  

Ich möchte zeigen wie toll und lernenswert diese Sprache ist, ohne Druck auszuüben, denn das kennen wir alle aus der Schule. Wer lernt gerne, wenn er muss? Die Sprache muss als Teil des Alltagslebens gesehen werden, als Teil der Identität. Wir, und damit meine ich alle, dürfen und sollen uns diesen Raum zum Lernen und Sprechen nehmen, ohne von anderen belehrt oder gegängelt zu werden.

Ich bin mittlerweile selbstbewusst genug auf negative Kommentare mit positiver Energie zu reagieren, auch wenn es mich Überwindung und viel Energie kostet! Und das wünsche ich mir für alle anderen, die ein Ziel vor Augen haben!

Der Laden

Bei meiner Oma stand jahrelang die Trilogie ‚Der Laden‘ von Erwin Strittmatter im Bücherregal und ich habe die Bücher nie beachtet. Doch im letzten Jahr war genau dieser Klassiker Teil meines Seminars ‚Deutsch-westslawische Sprachkontakte‘!

‚Der Laden‘ wurde von einem der bekanntesten deutschen Schriftsteller der DDR geschrieben, Erwin Strittmatter. Seine Identität als Deutscher und Sorbe ist dabei besonders interessant, denn er beschreibt wie kein anderer diese Doppelwelt.

Die Handlung der Trilogie beginnt kurz nach dem Ersten Weltkrieg, Strittmatter ist Jahrgang 1912, und zieht sich bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Mittelpunkt steht Esau Matt mit seiner Familie, die einen Laden in einem Dorf in der Niedelausitz führt. Strittmatter lässt uns eindrücklich am Leben im Dorf teilnehmen, mit einem sensiblen Blick auf gesellschaftliche Probleme und Lebensart der „einfachen“ Leute.  

Auch wenn ‚Der Laden‘ keine klassische Biografie ist, sind die Leben des Autors und der Hauptfigur auffällig eng miteinander verwoben. Kritiker werfen Strittmatter oft seine Aktivität in der Nazizeit vor, die er in einigen vorherigen Werken aufarbeitet. Im Roman ‚Der Laden‘ arbeitete ebenfalls er ohne Scheu solche politischen Entscheidungen und Ereignisse ein, die sich nach Kriegsende in der Arbeit als Schriftsteller und Journalist in der DDR kaum vermeiden lassen.

Strittmatters Erzähltechniken gelten als volkstümlich, was in der DDR meist sehr kritisch gesehen wurde, und doch großen Anklang fand. Die sehr real wirkenden Erzählungen holen die Leserschaft mitten im Leben ab, verfälschen nichts und lassen die eigenen Erinnerungen wieder aufleben. In der Niederlausitz kennen viele ähnliche Familiengeschichten und es lässt sich eine emotionale Verbindung zwischen Esau Matt, seiner Familie und der eigenen Identität beim Lesen herstellen.

Für mich als Linguistin und Slawistin mit der Vorliebe für Niederdeutsch und Sorbisch ist dieser Roman eine Fundgrube an sprachlichen Daten. Strittmatter schreibt teilweise in einer Lausitzer Varietät bzw. Dialekt, den man kaum noch hört. Wer sich für Brandenburger Dialekte und das Niederdeutsche interessiert, der sollte mal reinlesen!

Außerdem verwendet Strittmatter auch sorbische Elemente, z.B. bei sorbische Ortsnamen wie Grodk/Spremberg oder Personennamen in sorbischer Form wie der Lehnigk-Nachbarn, der Jurko mit Vornamen heißt. Er schreibt nicht direkt auf Sorbisch, lässt aber mitunter einzelne Figuren Sorbisch grüßen oder beschreibt die sorbischen Lieder und Traditionen als Kulturgut der Menschen.

Diese sorbischen Einstreuungen zeigen ziemlich gut, wie dominant das Deutsche gegenüber dem Sorbischen ist, aber ohne das Sorbische würde die Erzählung nicht authentisch wirken. Die häufige Erwähnung der Sorben und ihre unterschiedlichen Ansichten und Lebensweisen im Vergleich zu den Deutschen ist ein sonst kaum in der Literatur zu findendes Element. Die jahrhundertelangen Konflikte werden immer wieder erwähnt, ohne eine Wertung zu beinhalten.

Die Trilogie wurde 1998 mit großem Erfolg verfilmt, auch wenn nicht alle Handlungsstränge des Romanes ausreichend Platz fanden. Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen und Preise. Strittmatter hat die Verfilmung leider nicht mehr miterlebt.

Quelle

Lutz, Bernd (Hrsg.). Metzler Autoren Lexikon. Verlag J.B. Metzler. Stuttgart 1997

Strittmatter, Erwin. Der Laden. Aufbau, Berlin 1995//96/97

Minderheitensprachen in Ungarn

Kaum ein anderes Land in Europa hat eine so wechselhafte Geschichte hinter sich wie Ungarn. Obwohl die Bevölkerung aktuell mit mehr als 90% Magyaren relativ homogen erscheint, leben in Ungarn zahlreiche andere Gruppen, die ihre Sprachen bis heute pflegen. Das Recht darauf sichert Ungarn durch nationale und internationale Gesetze.

Die Mehrheit der in Ungarn lebenden Menschen spricht Ungarisch, das die einzige Amtssprache ist. Neben Ungarisch sprechen viele Menschen Minderheitensprachen wie Deutsch oder Slowakisch, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von bis zu 40% der ungarischen Bevölkerung sprachen.

Historische Ereignisse wie die Weltkriege die daraus resultierende Verkleinerung der Fläche Ungarns und die politischen Entwicklungen haben die Verbreitung von kleineren Sprachen eingeschränkt. Ein Aspekt war z.B. die Ermordung von jüdischen Menschen , ebenso wie Sinti und Roma zur Zeit der Nazizeit und die Ausweisung  nach Deutschland oder Deportation vieler deutschstämmiger Menschen nach 1945.

Nach dem Krieg 1945 gab es in Ungarn Bestrebungen u.a. den Gebrauch der eigenen Sprache für alle in Ungarn lebenden Menschen im Gesetz festzuschreiben, sowie den Gebrauch als Verwaltungssprache zuzulassen, wenn sie von mindestens ein Fünftel der Menschen in einer Region gesprochen wird. Das sind ähnliche Vorschläge wie sie z.B. in Polen umgesetzt werden sollen. Leider wurde der Gesetzesentwurf nicht angenommen, sodass Minderheiten keinerlei Rechte zugestanden wurden.

Heute werden die Zahlen der Minderheiten auf ca. 10 % der ungarischen Bevölkerung geschätzt, darunter sind die größten Gruppen Roma, Deutsche und Slowaken. Kleinere Gruppen sind Kroaten, Griechen, Russinen und Armenier.

Ungarn entwickelte sich nach dem Ende der Sowjetunion stark in Richtung Europa und unterschrieb 1992 die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen, die 1998 in Kraft trat. Dabei verpflichtete Ungarn sich seine angestammten Minderheiten und ihre Sprache zu schützen und zu fördern. Insgesamt betrifft das Armenisch, Romanes, Bulgarisch, Deutsch, Griechisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Russinisch, Serbisch, Slowakisch, Slowenisch und Ukrainisch. Allerdings sind die Ziele Ungarns in der Charta nur sehr allgemein gehalten und daher nicht verbindlich.

Die Minderheiten müssen sich für die Umsetzung ihrer Rechte aktiv einsetzten, was bei der momentanen politischen Stimmung im Land ein Kampf gegen Windmühlen ist. Sie spüren die Zurückhaltung der Politik und das mangelnde Prestige ihrer Sprachen im Land.

In einigen Teilen Ungarn gibt es kleinere Selbstverwaltungseinheiten, in denen Angehörige der Minderheiten Aufgaben wie die Organisation von Kulturveranstaltungen, Beratungsangebote aller Art oder Sprachvermittlung übernehmen. Damit haben die anerkannten nationalen Minderheiten für sich gute Voraussetzungen geschaffen, um ihre Sprache und Traditionen zu pflegen, solange die Regierung ihre Rechte nicht beschneidet wie sie es z.B. mit „neuen“ Minderheiten zur Zeit handhabt.

Quellen

Göllner, Ralf Thomas. Ungarns Minderheitenpolitik. Minderheiten in Ungarn, Magyaren in den Nachbarstaaten. In: Herbert Küpper / Zsolt K. Lengyel / Hermann Scheuringer (Hrsg.): Ungarn und seine Nachbarn 1989–2014. Eine Bilanz. Regensburg 2015,

Kipke, Rüdiger. Das politische System Ungarns. Eine Einführung. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2005

Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen: https://www.coe.int/en/web/conventions/full-list?module=treaty-detail&treatynum=148

Die Donauschrift

Die Schrift als Zeichen von Hochkulturen ist seit Langen bekannt. Sofort fallen uns die Hieroglyphen der Ägypter oder die Keilschrift der Sumerer ein, die unsere Vorstellungen von Kultur dominieren. Aber auch in kleineren Kulturkreisen gab schon früh Schriftsysteme. Eins davon fanden Wissenschaftler*innen entlang der Donau in Rumänien, Serbien usw.: die Vinča-Zeichen, auch Donauschrift genannt.

Der Name geht auf die Ortschaft Vinča in der Nähe von Belgrad zurück, wo zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehrere Gegenstände gefunden wurden, die diese Zeichen trugen. Schon 30 Jahre früher tauchten erste Funde in Rumänien auf und im Laufe der Zeit mehr als 1000 in verschiedenen Regionen Südosteuropas, meist entlang der Donau.

Was die Zeichen genau darstellen oder bedeuten, ist bis heute unklar. Die Anordnung und Wiederholungszahl legt nahe, dass es sich um rituelle Zeichen handelt. Es lässt sich (bisher) kein Muster erkennen, was auf eine erzählende oder dokumentarische Funktion hinweisen würde.

Die gefundenen Gegenstände sind größtenteils Figuren oder Gefäße, was auf die These der rituellen Zeichen stützt. Obwohl die einzelnen Zeichen durch ihre Symmetrie und Strichführung wie Buchstaben oder Silbensymbole aussehen, konnte bisher kein Zusammenhang zu anderen Schriftsystemen hergestellt werden.

Doch welchen Zweck haben die Zeichen? Wenn sie nicht als Verschriftlichung der Sprache dienen, könnten sie auch einfach als Markierungen oder Muster genutzt worden sein. Besonders die unsystematische Verteilung lässt viele Expert*innen an der Schrift-Theorie zweifeln. Die Idee, dass die Zeichen für bestimmte Namen stehen, ist aber weiterhin im Rennen.

Unklar ist auch welche Sprache die Menschen damals sprachen. Vor der Nutzung der indoeuropäischen Sprachen, die sich von Ost nach West in Europa verbreitet haben, gab es eine bzw. mehrere ‚alteuropäische‘ Sprache(n), die dann verdrängt wurden.

Eine zeitliche Einordnung der Donauschrift ist nur bedingt möglich, der Zeitraum liegt zwischen 5300-3200 vor Christus. Die Zeichen wären damit die ältesten Schriftzeichen, von denen wir heute wissen. Doch sie unterscheiden sich in ihrer Funktion stark von Schriften wie sie in Mesopotamien oder Ägypten genutzt wurden.

Die Diskussion, ob und in welchem Umfang die Donauschrift wirklich als Kommunikationsmittel genutzt wurde, ist noch lange nicht zu Ende.

Quellen

Dürscheid, Christa. Einführung in die Schriftlinguistik. 3., überarbeitete und ergänzte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, Seite 104–106: Die alteuropäische Schrift.

Haarmann, Harald. Einführung in die Donauschrift. Buske, Hamburg 2010.

Kalaallisut – Die Sprache Grönlands

Grönland ist zur Zeit das Thema Nummer 1 in den Medien. Doch nicht die Kultur oder die Sprache sind von Interesse, sondern politische Ambitionen eines Mannes, dem die Menschen dort völlig egal sind! Dabei ist die Sprache der Grönländer*innen für mich eins der wichtigeren Thema, die es zu entdecken gibt.

Kalaallisut, im Deutschen oft auch als Grönländisch bezeichnet, gehört zur eskaleutischen Sprachfamilie, deren Sprachgebiet sich von Grönland über den Norden Kanadas bis nach Alaska und kleine Areale Russlands erstreckt. In Grönland sprechen etwa 50.000 Menschen Kalaallisut, kleinere Sprachgemeinschaften (ca. 10.000) leben in Dänemark.

Die Sprache besitzt einen synthetischen Sprachbau, d.h. die Wörter werden durch das Aneinanderreihen verschiedenster Morpheme sehr lang.

Das Phoneminventar ist mit 3 Vokalen und 18 Konsonanten recht überschaubar, wobei einige Konsonanten nur in langer oder kurzer Form vorkommen. Die möglichen Lautkombinationen sind streng beschränkt, es kommen z.B. nicht alle Laut am Wortanfang und -ende vor. Auch die Betonung und Silbenlänge folgt strengen Regeln.

Die Grammatik unterscheidet sich vom Deutschen insbesondere dadurch, dass Kalaallisut eine Ergativsprache ist, d.h. es besitzt ein anderes Kasussystem. Die Morphologie ist reichhaltig und oft durch die Phonologie beeinflusst.

Der Erbwortschatz des Kalaallisuts ist weitestgehend erhalten geblieben, aber neuere Lexik wurde aus dem Dänischen und heute teilweise auch aus dem Englischen entlehnt.

Es lässt sich nicht sagen ab wann Kalaallisut auf Grönland gesprochen wurde, da es keine Schriftquellen vor Kolonalisierung der Insel durch Dänemark gibt. Eine standardisierte Schreibung existiert seit der Herausgabe einer Grammatik 1852 von Samuel Kleinschmidt, die aber 1973 durch eine neue Rechtschreibung stark verändert wurde. Die Schrift ist phonetisch, wird also so geschrieben wie gesprochen.

Die Sagen und Mythen der grönländischen Kultur wurden über Jahrhunderte nur mündlich weitergegeben, die nach der Verschriftlichung der Sprache von meist dänischen Forschern aufgeschrieben wurde. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts  entwickelt sich eine stetig wachsende Literaturszene.  

Obwohl Kalaallisut eine relativ kleine Sprache ist, sind die Sprecher*innengruppen durch die geografischen Gegebenheiten Grönlands doch stärker voneinander getrennt als z.B. in Europa und daher lassen sich trotzdem mehrere Dialekte klassifizieren, die sich mitunter stark voneinander unterscheiden. Eingeteilt werden drei Hauptdialekte: Inuktun im äußersten Nordwesten, Tunumiisut im Osten und Kitaamiusut an der Westküste der Insel. Kitaamiusut wird abermals unterteilt in sechs weitere Dialektgruppen. Der in der Hauptstadt Nuuk gesprochene Dialekt wird als Standardvarietät angesehen.  

Momentan kann man Kalaallisut im Rahmen eines sprach- und kulturwissenschaftlichen Studium an zwei Universitäten in Dänemark und Grönland studieren.

Quellen

Holst, Jan Henrik. Einführung in die eskimo-aleutischen Sprachen. Buske, Hamburg 2005

Kleinschmidt, Samuel. Grammatik der Grönländischen Sprache, mit theilweisem Einschluss des Labradordialects. G. Reimer, Berlin 1851

Sprachverbote in Deutschland

In den letzten Jahren ist Sprache als Diskussions- und Streitthema immer mehr in den Vordergrund unserer Wahrnehmung gerückt. Dabei geht es um Fragen rund um die Sprachnutzung, den Sprachwandel oder auch neue Wörter im Deutschen. Dass die Diskussionen bei diesen Themen gerne ausarten und zu Streitigkeiten führen, zeigt sehr gut wie emotional Sprache sein kann.

Sprache geht uns alle etwas an, denn wir alle kommunizieren mit Sprache. Dass sich Sprachen unterscheiden, ist allen klar. Wenn sich innerhalb der eigenen Sprache Unterschiede zeigen, neigen wir dazu alles zu bewerten und vergessen oftmals wie individuell die Sprache jedes Einzelnen ist. Doch wer entscheidet darüber wie wir sprechen?

Eins vorweg: Jede Person darf so sprechen wie sie will. Es gibt niemanden, der uns irgendetwas vorschreiben kann! Aber es gibt gewisse gesellschaftliche und sprachliche Normen und im Laufe unseres Lebens lernen wir innerhalb des Bildungssystems meist die Standardsprache mit verschiedenen Registern. Was wir in diesem System nur teilweise lernen, ist der Umgang mit Sprache selbst.

Wie unsere Gesellschaft, ist auch unsere Sprache immer diverser geworden. Das gefällt nicht allen, ist aber Teil unserer Identität. Und genau hier beginnen dann die Konflikte in der Kommunikation. Da Sprache so divers ist, prallen oft verschiedene Sprachmuster und -einstellungen aufeinander. Viele Menschen empfinden neue Einflüsse oder ungewohnte Sprachstrukturen als unangenehm, ungewohnt oder sogar als störend.

Ein prominentes Beispiel ist das „Gendern“. Kaum ein anderes Thema erhitzt die Gemüter so sehr wie der Versuch die Sprache inklusiver und diverser zu gestalten. Es geht so weit, dass es in einigen deutschen Bundesländern, u.a. Hessen, sogar Verbote in Schulen gegen Formen wie Lehrer*innen oder Ärzt:innen gibt. Die Argumentation für die Einführung dieses Verbots ist weder pädagogisch noch linguistisch sinnvoll, sondern eine Machtdemonstration.  Das „Genderverbot“ gilt z.B. an allen Schulen der Region, hingegen gab es nie eine Pflicht zum „Gendern“, wie von vielen immer angenommen. Die Bestrebung durch inklusive Sprache bzw. „Gendern“ die Gleichstellung innerhalb der Gesellschaft zu fördern, scheint vielen ein Dorn im Auge zu sein.

Ähnlich gespalten ist die Sprecher*innengemeinschaft auch bei Abbau von rassistischer oder anderer diskriminierender Sprache. Das Argument „Früher hat es auch keinen gestört.“ ist dabei ein Klassiker der Verdrängung sozialer Ungleichheiten, die früher schon gestört haben, jedoch nicht im Fokus der Gesellschaft standen.

Die Freiheit so zu sprechen und zu schreiben wie wir wollen, sind durch bestimmte Kontexte wie Sprachverbote in einigen Regionen also Grenzen gesetzt, die sich aber nur auf öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Behörden begrenzen. Außerhalb dieser Einrichtungen sollte jede*r so kommunizieren wie es das persönliche Empfinden verlangt.

In vielen Situationen haben sich sprachliche Elemente, die Inklusion auf sprachlicher Ebene sichtbar machen, schon positiv verändert, weil ihre Nutzung ein Bewusstsein schafft und die Akzeptanz vergrößert. Das bedeutet aber nicht automatisch einen Zwang für alle sich anpassen und anders sprechen zu müssen!

Sprache ist und bleibt im Wandel. Wir schaffen uns die Wirklichkeit, indem wir unser sprachliches Handeln reflektieren. Verbote werden daran nichts ändern können, zeigen sie doch nur wie sehr einige Menschen Angst haben Toleranz und Diskriminierungsfreiheit zu versprachlichen!

Das Baskenland

Im Norden Spaniens liegt eine Region, die seit Jahrhunderten um Selbstständigkeit von Spanien ringt: das Baskenland.

Die Ausdehnung des Baskenlandes (baskisch Euskadi) überschreitet die spanisch-französische Grenze und zieht sich von den Pyrenäen bis nach Bilbao an der Küste entlang. Im Süden bildet der Ebro eine natürliche Grenze. Der französische Teil ist kleiner und gehört politisch(!) heute nicht dazu , bildet aber sprachlich und kulturell eine Einheit mit den spanischen Teil. Auch im Norden der Region Navarra, die heute offiziell nicht mehr direkt zum baskisches Gebiet gehört, leben viele Basken.

Die Besiedlung des Baskenlandes liegt schon weit zurück, genaue Daten sind schwer zu ermitteln, es wird eine erste Besiedlung um 7000 v.Chr. angenommen. Aber das Klima und die günstigen Bedingungen für die Landwirtschaft legen eine frühere Besiedlung als im Rest des Landes nahe. Völker wie die Kelten und die Römer haben das Gebiet zeitweile ebenfalls besiedelt. Davon zeugen noch Städte wie Pamplona in Navarra.

Die Basken erlebten viele kriegerische Auseinandersetzungen ihrer Nachbarn. Besonders tiefgreifend waren die Konflikte zur Zeit der Christianisierung im 8. Jahrhundert n.Chr., da die Region zwischen dem maurischen (Muslime) und dem christlichen Einflussbereich lag.

Beschreibungen über das Leben der Basken finden sich fast nur von Reisenden, die die Menschen oft als bäuerlich, aber freiheitsliebend und stolz beschrieben. Im Mittelalter nahm die wirtschaftliche Bedeutung zu, weil der Export von Handelsgütern über die Seehäfen der Region abgewickelt wurden. Die Basken genossen einige Privilegien, mussten aber immer um diese kämpfen, was oft zu im Spätmittelalter zu häufigen Konflikten führte. Die Zugehörigkeit zu Spanien ist bis heute von Repressalien und stetigem Kampf um Autonomie geprägt.

Neben dem Seehandel war Fischerei bzw. der Walfang  früher ein wichtiger Wirtschaftszweig, der die Basken sogar bis nach Island führte, was durch ein isländisch-baskisches Pidgin eindrucksvoll belegt ist. Die baskische Sprache an sich ist schon ein Unikat, weil sie nicht mit anderen europäischen Sprachen verwandt ist. Die Menschen sind sehr stolz auf das Baskische, was in der Vergangenheit durch den spanischen und französischen Staat wenig Wertschätzung erhielt. Etwa ein Drittel der Bewohner sprechen Baskisch und seit Ende der 1970er Jahre haben sich die Sprachbedingungen verbessert, z.B. durch Beschulung in baskischer Sprache.

Im Ausland erfuhr das Baskenland ab den 1960er Jahren durch das Wirken der ETA (Euskadi ta Askatasuna/ Freiheit für die baskische Heimat)  traurige Berühmtheit. Die Organisation verübte bis die 2010er Jahre Terroranschläge, die einen unabhängigen nationalistischen Staat zum Ziel hatten.

Heute besitzt die Region den Status einer Autonomieregion, wobei nur wenige  Angelegenheiten von der dortigen Regierung ohne spanische Beteiligung durchgesetzt werden können. Kritische Stimmen sprechen sich immer wieder für die Unabhängigkeit von Spanien aus.

Das Wappen des Baskenlandes besteht aus vier Feldern, auf denen wichtige Symbole der Region zu sehen sind. Das vier Feld ist seit 1986 einheitlich rot, weil das Wappen Navarras aufgrund eines Gerichtsurteils entfernt werden musste.

Quellen

Kurlansky, Mark. Die Basken. Eine kleine Weltgeschichte. München 2000.

Niebel, Ingo. Das Baskenland. Geschichte und Gegenwart eines politischen Konflikts. Promedia, Wien 2009

Bildquelle

Von Miguillen, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6040432

Franz Bopp

Im Linguistikstudium sind viele Fakten und Modelle für uns fast selbstverständlich. Aber irgendwann musste jemand diese Dinge erst einmal formulieren und für die Wissenschaft zugänglich machen. Als Slawistin profitiere ich also von den Erkenntnissen vieler kluger Menschen und einer davon war Franz Bopp.

Franz Bopp wurde 1791 in Mainz geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Seine Lehrer weckten sein Interesse an Sprachen wie Latein, Griechisch und Sanskrit. Bopp las besonders gerne Schriften über altindische Sprachen wie das Sanskrit und erkannte Zusammenhänge zwischen verschiedene Sprachen. Nachdem er sein Abitur abgelegt hatte, konnte er durch ein Stipendium Bayern nach Paris zum Studium gehen. Dort konnte er nicht nur seine Sanskritkenntnisse vertiefen, sondern hatte auch Zugang zu zahlreichen Schriften in den Pariser Universitätsbibliotheken, die unter anderem von Jean François Pons aus Indien nach Europa gebracht wurden.

Mit 25 Jahren verfasste er die Aufsehen erregende Schrift „Über das Conjugationssystem der Sanskritsprache in Vergleichung mit jenem der griechischen, lateinischen, persischen und germanischen Sprache“, in der er Verbendungen mehrerer Sprachen verglich und damit einen Grundstein für die historisch-vergleichende Sprachwissenschaft legte. Bopp verglich und analysiert historische Verbformen und konnte die von vielen angenommene Sprachverwandtschaft zwischen den indoeuropäischen Sprachen beweisen.

Nach dem Studium in Paris reiste er für einen kurzen Aufenthalt nach Deutschland, dann aber weiter nach London, um sich mit anderen Fachleuten auszutauschen und weitere Kontakte zu knüpfen.

1821 erhielt Bopp die Professur für Sanskrit und vergleichende Grammatik an der Universität zu Berlin, heute Humboldt-Universität zu Berlin, und ab 1825 die Professur für Orientalische Literatur.

Neben seiner Lehrtätigkeit verfasste er weitere Schriften, aufbauend auf seinen Untersuchungen für viele europäischen Sprachen, und war Mitglied in mehreren Gesellschaften in Deutschland, Russland und Frankreich.

Franz Bopp war verheiratet und lebte unweit der Universität. Über sein Privatleben ist nur wenig bekannt. Er starb 1867 in Berlin und wurde in Kreuzberg beigesetzt.

Seine Werke haben bis heute Bestand. Er war in so vielen Sprachen unterwegs wie kaum ein anderer und inspiriert Generationen von Sprachwissenschaftler*innen durch seine Art zu denken und zu forschen.

Quellen

Daniel Bunčić, Barbara Sonnenhauser, Anastasia Bauer & Tobias-Alexander Herrmann. 2024. Einführung in die Linguistik der slavischen Sprachen (Textbooks in Language Sciences). Berlin: Language Science Press.

Harald Wiese: Eine Zeitreise zu den Ursprüngen unserer Sprache. Wie die Indogermanistik unsere Wörter erklärt. Logos, Berlin 2007