
Als die ‚Perle an der Donau‘ wird die größte Stadt Ungarns oft beschrieben und jeder, der schon mal dort war, kann das sicher bestätigen!
Budapest liegt im Norden des Landes und besteht eigentlich aus drei Städten: Buda, Óbuda und Pest, die 1873 zusammengefasst wurden. Die Geschichte der Stadt reicht aber noch viel weiter zurück… Schon kurz nach Beginn der Zeitrechnung gründeten die Römer auf dem heutigen Stadtgebiet eine Siedlung, zuerst als Militärlager auf einer leichten Anhöhe und im Laufe der nächsten Jahrhunderte als Stadt, die mit vielen Thermalquellen zu einem beliebten Reiseziel wurde.
Die Stadt war mal Heimat von slawischen, hunnischen oder germanischen Stämmen, bis dort zum Ende des 9. Jahrhunderts uralische Völker heimisch wurden und blieben. Die Stadtteile waren damals noch eigeneständige Städte, aber schon immer durch Handelsbeziehungen verbunden. Die Donau bot ideale Bedingungen für den Aufbau eines Handlungsnetzes.
Aufgrund der zentralen Lange war Budapest bzw. seine drei Teile immer wieder Ziel von Angriffen, im Spätmittelalter besonders von den Osmanen, deren Herrschaftszeit noch heute mit vielen Entlehnungen in der ungarischen Sprache zu sehen ist. Dass Budapest jahrhundertelang eigentlich eine mehrteilige Stadt war, zeigt das Wappen der Stadt. Die Stadtteile Pest und Buda mit ihren unterschiedlichen Burgen stehen auf rotem Grund, geteilt durch den weißen Streifen, der die Donau symbolisiert. Seit der Zusammenlegung beider Städte 1873 führt die Stadt diese Wappen.
Im 16. Jahrhundert eroberten die Habsburger die Stadt und Ungarn blieb unter österreichischer Herrschaft, sehr zum Missfallen der ungarischen Bevölkerung. Die Stadt wuchs bis ins 19. Jahrhundert stark, auch durch den Zuzug deutschsprachiger Siedler, was ein Grund für die Einführung von Deutsch als Amtssprache in der Region führte.
Mehrere Aufstände gegen die Fremdherrschaft spielten sich in Budapest ab, die Kämpfe der Ungaren ermöglichten ihnen 1867 eine gewisse Autonomie. Die nächsten Jahrzehnte veränderte sich die Stadt vor allem baulich, unter anderem entstand die erste U-Bahn in Europa und der Heldenplatz.
Die politischen Veränderungen im Laufe des 20. Jahrhunderts hinterließen nicht nur Spuren in der Stadt, sondern formten auch die Zusammensetzung der Stadtbevölkerung. Die jüdische Bevölkerung verringerte sich seit den Deportationen 1944 von 20% der Einwohner auf 6% und mindestens 50.000 weitere Zivilisten verloren ihr Leben in den letzten Kriegsmonaten, als die Alliierten die Stadt verstärkt angriffen.
Der Zerfall der Sowjetunion und der EU-Beitritt 2004 führten in Budapest zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Besonders der Tourismus blüht seitdem, denn die Stadt bietet Kultur, Geschichte und Architektur wie kaum eine andere.
Warst du schon mal in Budapest? Was war dein Highlight?
Quellen
Eickhoff, Matthias. Ungarn. DuMont Reiseverlag, 2009
Hauszmann, Janos. Kleine Geschichte Budapests. Pustet, Regensburg 2012









